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Sieben Fehler bei Employer-Branding-Filmen, die jeder macht und niemand bemerkt

Der Film ist teuer, sieht gut aus und bringt keine Bewerbungen. Das liegt fast immer an denselben sieben Entscheidungen, die vor dem Drehtag getroffen wurden.

Ein Employer-Branding-Film, der niemanden bewirbt, ist teurer als gar kein Film. Er kostet Geld, er kostet einen Drehtag im Betrieb, und er erzeugt die Überzeugung, dass Video nichts bringt.

In den meisten Fällen liegt es nicht an der Produktion. Es liegt an Entscheidungen, die vor dem Drehtag getroffen wurden.

Fehler 1: Der Film richtet sich an alle

„Wir suchen Fachkräfte" ist keine Zielgruppe. Ein Zerspaner, eine Pflegefachkraft und eine Buchhalterin haben unterschiedliche Wechselgründe, und ein Film, der alle drei ansprechen soll, spricht keinen an.

Der Fehler passiert meist aus Budgetgründen: Ein Film für alle klingt günstiger als drei. In der Ausspielung dreht sich das um, weil ein unspezifischer Film schlechter hält und jeder Klick mehr kostet.

Was stattdessen geht: einen Drehtag, aus dem mehrere zielgruppenspezifische Fassungen entstehen. Das ist derselbe Aufwand vor Ort und ein anderer im Schnitt.

Fehler 2: Die Geschäftsführung spricht

In fast jedem Employer-Branding-Film steht am Anfang jemand aus der Geschäftsführung und sagt einen Satz über Wertschätzung.

Das Problem ist nicht die Person, sondern die Rolle. Ein Bewerber glaubt einer Führungskraft nicht, wenn sie über die Stimmung im Betrieb spricht, weil sie ein offensichtliches Interesse daran hat. Er glaubt der Kollegin, die dieselbe Arbeit macht, für die er sich bewirbt.

Die Geschäftsführung darf gerne vorkommen. Nur nicht als Kronzeuge für die Kultur.

Fehler 3: Der Betrieb wird aufgeräumt

Vor dem Drehtag wird die Halle gefegt, die Werkbank geräumt und ein frisches Firmenhemd verteilt. Das Ergebnis sieht aus wie ein Prospekt.

Bewerber erkennen das sofort, weil sie eigene Betriebe kennen. Späne auf dem Boden, ein voller Rollwagen und ein zerkratzter Spind sind keine Makel, sondern die Signale, an denen jemand erkennt, dass hier tatsächlich gearbeitet wird.

Aufräumen darf man, wo Sicherheit oder Kundendaten betroffen sind. Sonst besser nicht.

Fehler 4: Kein Ton

Der häufigste technische Fehler und der teuerste. Ein Film mit gutem Bild und schlechtem Ton wird nach fünf Sekunden weggeklickt. Umgekehrt trägt guter Ton auch ein mittelmäßiges Bild.

In einer Produktionshalle ist Ton kein Nebenschauplatz. Interviews gehören in einen ruhigeren Raum, mit Ansteckmikrofon, separat aufgenommen. Der Hallenton kommt später darunter, dosiert.

Wer im Angebot keinen Posten für Ton findet, sollte nachfragen, wie er aufgenommen wird.

Fehler 5: Der Film ist zu lang für den Ort, an dem er läuft

Ein dreiminütiger Film ist auf der Karriereseite richtig. Im Feed ist er verloren, weil dort nach zwei Sekunden entschieden wird.

Der Fehler entsteht, wenn ein Film produziert und danach überlegt wird, wo er läuft. Richtig ist die andere Reihenfolge: Erst steht fest, wo das Video ausgespielt wird, danach entstehen Länge, Format und Einstieg.

Für eine Kampagne brauchst du mindestens eine Hochkant-Fassung und mehrere Varianten mit unterschiedlichen ersten Sekunden. Was davon trägt, weiß vorher niemand, das entscheidet der Test.

Fehler 6: Benefits statt Arbeit

Obstkorb, Wasserspender, Teamevents, Weiterbildungsbudget. Diese Liste steht in jedem zweiten Film und in jeder zweiten Stellenanzeige.

Das Problem ist nicht, dass es unwahr wäre. Das Problem ist, dass es überall steht und deshalb nichts unterscheidet. Schlimmer noch: Wer über Benefits spricht, signalisiert, dass es über die Arbeit selbst nichts zu erzählen gibt.

Was tatsächlich unterscheidet, sind konkrete Angaben. Wie die Schicht geplant wird. Wie viele Leute in einem Team arbeiten. Ob Freitagmittag Schluss ist. Ob man Einzelteile fährt oder Großserie. Diese Sätze klingen unspektakulär und werden gelesen.

Fehler 7: Der Film läuft nirgends

Der teuerste Fehler kommt nach der Produktion. Der Film liegt auf der Karriereseite, wird einmal auf LinkedIn geteilt und danach nicht mehr angefasst.

Auf der Karriereseite sehen ihn nur Menschen, die ohnehin schon da sind. Das sind die wenigsten und meist die, die sich sowieso bewerben würden. Der Kreis, den du erreichen willst, sitzt zufrieden im Job und kommt nie auf deine Karriereseite.

Ohne bezahlte Ausspielung mit Zielgruppensteuerung ist ein Employer-Branding-Film ein Dokument und keine Maßnahme.

Warum diese Fehler so hartnäckig sind

Sie entstehen an der Nahtstelle zwischen zwei Gewerken. Die Filmproduktion kennt Bild und Ton und entscheidet nicht über die Ausspielung. Die Agentur kennt die Kampagne und war beim Dreh nicht dabei. Wenn die Zahlen später schlecht sind, zeigt jede Seite auf die andere.

Deshalb liegen bei uns beide Teile im selben Haus. Wie das konkret aussieht, steht auf der Seite Recruiting mit eigener Filmproduktion.

Häufige Fragen

Können wir einen vorhandenen Film retten?

Oft ja. Aus vorhandenem Material lassen sich Hochkant-Fassungen und neue Einstiege schneiden, wenn die Rohdaten noch da sind. Frag deine Produktionsfirma nach dem Originalmaterial, bevor du einen neuen Dreh planst.

Wie lang sollte ein Recruiting-Video sein?

Für den Feed zwischen fünfzehn und vierzig Sekunden, je nach Beruf. Für die Landingpage darf es deutlich länger sein, weil dort schon Interesse besteht. Beide Fassungen entstehen aus demselben Drehtag.

Müssen Mitarbeiter sprechen?

Es funktioniert deutlich besser mit. Wenn niemand will, geht es auch ohne, dann arbeiten wir mit Setting, Maschinen und Ton. Zwingen sollte man niemanden, das sieht man im Ergebnis.

Nächster Schritt

Wenn du einen Film planst oder einen hast, der nichts liefert, schauen wir uns das an und sagen ehrlich, woran es liegt.

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Geschrieben von Eliya be Malke · Founder Malko Media

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